Die Leitung des Regionalen Rechenzentrums an der Universität zu Köln (RRZK) durch Professor Ulrich Lang, der gleichzeitig einen Informatik-Lehrstuhl an der Universität zu Köln inne hat, ermöglicht Synergien basierend auf einer engen Verbindung von Forschungs- und Dienstleistungsorientierung. Im Rahmen von forschungs- und entwicklungsorientierten Projekten, gefördert von der Europäischen Union, dem BMBF und der DFG werden eine Reihe von Themen bearbeitet, die im Vortrag näher erläutert werden sollen. Dabei werden verschiedene Facetten der Forschungsaktivitäten sowie der Kooperation mit Partnern verdeutlicht werden.
Produktentwicklungen wie z.B. im Luftfahrt- und Automobilbereich werden zunehmend an verteilten Standorten durchgeführt und erfordern eine entsprechende Koordination. Techniken zum Computer Supported Collaborative Work (CSCW) unterstützen verteilte Arbeitsformen. Typische Anwendungen sind verteilte Designreviews aber auch die Einbeziehung von externen Experten. Abhängig von den jeweiligen Sicherheitsanforderungen werden unterschiedliche Techniken zur Darstellung, zum Datentransfer und zur Synchronisation genutzt. Immersive Systeme ermöglichen dabei einen direkten Zugang zu komplexen Strukturen und Prozessen. Die Integration aktueller Entwicklungen wie z.B. Multi-Touch-fähige Displays mit ihren neuen Interaktionsmöglichkeiten erweitert die Nutzungspotentiale kooperativer Arbeitsformen.
Am RRZK werden zurzeit neue Möglichkeiten zur Kamera-basierten Interaktion in 3D Umgebungen entwickelt. Darüber hinaus eröffnen die weitreichende Verfügbarkeit von Mobilfunknetzen sowie aktuelle Endgeräte (iPhone) neue Perspektiven im Bereich der mobilen Informationsverarbeitung.
Mediacaching ist eine am RRZK entwickelte Anwendung welche unter Einbeziehung georeferenzierter Informationen dem mobilen Nutzer multimediale Inhalte (Bilder, Videos, 3D Modelle) bereitstellt. Basierend auf dem Prinzip des Geocachings können dabei ortsgebundene Informationen und selbstproduzierter Inhalte zu einer multimedialen Schnitzeljagd verknüpft werden. Aktuelle Mobilgeräte verfügen zudem über Sensoren welche sich zur interaktiven Navigation in Wissensstrukturen (Topic-Maps) nutzen lassen.
Zur Person:
Prof. Dr. Ulrich Lang ist Leiter des Regionalen Rechenzentrums der Universität zu Köln, sowie Inhaber eines Informatik-Lehrstuhls der Universität. Vor seinem Wechsel nach Köln war er stellvertretender Direktor des Höchstleistungsrechenzentrums an der Universität Stuttgart (HLRS), einem der drei Höchstleistungsrechenzentren in Deutschland. Am HLRS leitete er ebenfalls die Abteilung Visualisierung, die einen CAVE als Dienstleistungsinfrastruktur betreibt. Er koordinierte die Projektaktivitäten und die Entwicklung eines umfangreichen Packets zur Kopplung von Visualisierung und Simulation in verteilten Umgebungen, das von einer Spin-off-Firma seiner Gruppe vertrieben wird.
Er ist an europäisch geförderten Forschungsprojekten beteiligt, die Ihre Schwerpunkte in den Themenbereichen kooperativem Arbeiten, Visualisierung, VR und Hochleistungsrechnen haben. Im Rahmen der D-Grid-Initiative des BMBF war er an den Projekten SuGI (Sustainable Grid Infrastructures) und C3-Grid (Collaborative Climate Community Data and Processing Grid). beteiligt. Zusammen mit einem Kollegen aus der Organischen Chemie leitet er das MoSGrid-Projekt (Molecular Simulation Grid), das eine integrierte Softwareumgebung mit Datenbanken zur Speicherung von Simulationsprofilen, -ergebnissen und -Know-how speichert sowie die Kontrolle über alle Schritte von Workflows der molekularen Simulation bietet.
Seine Forschungsinteressen liegen in den Bereichen Mensch-Maschine-Interaktion, Hochleistungsrechnen, Grid und Cloud-Computing, Simulation Steering sowie Visualisierung, Virtuelle und Erweiterte Realität.
Er ist Vorstandsvorsitzender des ZKI e.V., dem Zusammenschluss der Hochschulrechenzentren in Deutschland.
